Die "neue Badekur"

Die "alte" Badekur mit ihren bisherigen Begriffen "ambulante Vorsorgekur" und ambulante Rehabilitationskur ist im § 23 SGB V neu formuliert worden.

Die "neue Badekur" heißt nun ,"ambulante Vorsorgeleistung in einem anerkannten Kurort" und wird weiterhin mit einem Kurarztschein wie bisher gewährt.

Sie dient dazu das Auftreten einer Krankheit zu verhindern oder zu verzögern

- ambulante Vorsorgeleistung zur Krankheitsverhütung
oder
die Verschlimmerung einer chronisch gewordenen Krankheit zu verhindern.
- ambulante Vorsorgeleistung bei einer bestehenden Krankheit.

Die Wirkprinzipien der Badekur sind Schonung (Erholungsförderung), Übung (Regulationstherapie zur Wiedereinregulierung des inneren Gleichgewichts) und Kräftigung (zur Funktionsverbesserung der Organe). Diese Reiz-Reaktionstherapie kann nur an einem entsprechenden Kurort durchgeführt werden, nicht am Wohnort (wohnortnah).

Der Antrag wird vom Hausarzt ausgefüllt und von Ihnen bei Ihrer Krankenkasse eingereicht. Im Antrag genügt nicht mehr nur die Diagnose anzugeben, sondern hier muß die "Krankheitsverhütung" begründet werden (z.B. streßbedingte Befindlichkeitsstörungen, Kopfschmerz, Muskelverspannung, Schichtarbeitsfolgen, Schlafstörungen usw.). Bei einer bestehenden chronischen Krankheit muß die Schädigung (z.B. Schultersteife, dauerhafter Wirbelsäulen-Schmerz bei degenerativen Veränderungen der WS usw.) mit der resultierenden Funktionsstörung (wie z.b. nicht mehr Socken anziehen oder Schuhe binden möglich, Treppensteigen nicht mehr möglich oder gefährdet, tägliche Hygienemaßnahmen nicht mehr möglich oder stark eingeschränkt, usw. ) im Kurantrag eingetragen werden. Wichtig ist auch die Formulierung des Kurziels: dem Patienten wird dadurch die Hilfe zum besseren Umgang mit seinem Leiden gegeben, der Erhalt der Fähigkeiten im Alter (Geroprophylaxe) wird gefördert, Pflegebedürftigkeit vermieden oder gemindert.

Meist werden die Kuren wegen ungenügender Begründungen vom MDK nicht befürwortet. Erfolgt eine Ablehnung, verlangen Sie eine medizinische Begründung und legen Sie Widerspruch ein. Der MDK (Medizinische Dienst) kann nur Empfehlungen für oder gegen eine Kur abgeben. Entscheiden kann nur Ihre Krankenkasse.

Nach dem Leistungsrecht besteht weiter ein Anspruch der "ambulanten Vorsorgeleistung" alle 3 Jahre, bei medizinischer Notwendigkeit (Begründung im Antrag !!) kann die Kur auch vor Ablauf der 3 Jahresfrist gewährt werden. Also auf jeden Fall bei einem geplanten Aufenthalt in Ihrem Kurort die Kur rechtzeitig beantragen. Die Verordnung einer ambulanten Kurmaßnahme belastet in keinerweise das "Heilmittelbudget" Ihres Arztes.

Sie können diese Info ausdrucken und Ihrem betreuenden Arzt zeigen.